El Mirador

Liebe Blog-Follower,

leider konnte ich in den vergangenen Wochen keine Beiträge mehr veröffentlichen, da sich mein Laptop verabschiedet hat.
Seit zwei Wochen bin ich bereits zurück in Deutschland. Eingelebt habe ich mich noch immer nicht 😉
Vielen Dank an die großartigen Menschen, die mich bisher so herzlich empfangen haben. Ich hatte bereits zwei super tolle und aufregende zwei-einhalb Wochen in Deutschland :-*
Hier ein Beitrag den ich bereits vor einigen Wochen verfasst habe.

Hasta la proxima vez.

Eure Jessica


Dienstag. Es ist 9 Uhr morgens. Ich habe heute frei. Die Sonne brennt bereits vom Himmel. Ich möchte heute einen weiteren Teil Intag’s erkunden. Deshalb mache ich mich auf den Weg nach El Mirador (Der Aussichtspunkt). Ein Dorf (eigentlich nur ein paar Häuser und eine kleine Schule). Etwa eine halbe Autostunde entfernt. Sportkleidung. Mütze. Sonnenbrille. Sonnencreme auftragen. Los geht’s!
Ich marschiere in einem ordentlichen Tempo los. Genieße es mit meinen Gedanken alleine in der Natur zu sein. Hier im „hinteren“ Teil Intags begegnet einem so gut wie nie ein Auto. Busse fahren ebenfalls nicht. Trotzdem ist der Schotter-Sand-Weg recht gut zu laufen. Es geht nur ständig steil bergauf und –ab.
Die Vögel zwitschern. Ein starker Wind saust mir manchmal um die Ohren. Daran merkt man auch, dass der Sommer kommt. Die Sonne sticht deutlich mehr. Bereits nach einer Stunde merke ich: „Das wird anstrengend“. Ich komme in El Paraiso (Das Paradies) an. In der Tat ein kleines Paradies. Alle grüßen mich freundlich und fragen wo meine Reise hingeht. Meistens können die Menschen nicht verstehen, warum man freiwillig weit läuft (bei der Hitze), ohne es zu müssen.
Ich kann es mittlerweile ein wenig nachvollziehen, denn bei der Sonneneinstrahlung vielleicht nicht die beste Idee 😉 Aber jetzt bin ich schon unterwegs und möchte nicht vor dem Ziel umkehren.
Der Ehrgeiz hat mich gepackt.

Eigentlich dachte ich, jetzt ist der schwere Teil vorbei. Falsch gedacht! Nochmal 45 Minuten extrem steil bergauf. So entspannt und gut gelaunt, wie zu Beginn meiner Wanderung, bin ich nicht mehr. Ich blende das schöne Grüne um mich herum fast völlig aus und starre nur noch auf den staubtrockenen Erdboden. Immer wieder rutsche ich weg. Hoffentlich ist es bald geschafft. Gerade wieder einige Höhenmeter geschafft, entdecke ich drei Männer bei der Arbeit. Ah, einen kenne ich sogar. Javier, ein Freund aus dem Complejo Nangulví (wo ich arbeite). Auch hier treffe ich auf Unverständnis bzgl. meiner Wanderung nach El Mirador. Er versichert mir, dass ich nur noch etwa 20 Minuten benötige. Ich kann es nicht ganz glauben, weil ich mich meist nicht auf die Auskünfte der Ecuadorianer verlassen konnte 😉

Die letzten Meter sind eine Qual. Ich stoppe mehrmals, um Luft zu holen und ein wenig den Ausblick zu genießen 😉 Ich frage mich in diesem Moment, ob ich den Rückweg noch schaffe?!? Meine Beine sind schon jetzt müde.
Bereits nach 1:45 h komme ich an der Schule in El Paraiso an. Schneller als gedacht und auch Javier hatte Recht mit den 20 Minuten 😉
Ein anderer Freund Peter, der hier als Lehrer arbeitet begrüßt mich und freut sich über den Überraschungsbesuch. Die Kinder, unterschiedlichen Alters, starren mich mit großen Augen an. So oft scheinen hier wohl keine Ausländer vorbei zu kommen.
Von Peter erfahre ich, dass man normalerweise mindestens 2 Stunden benötigt und ich deshalb schnell gewesen bin. Das erklärt auch den roten Kopf 😉
Mit den Kindern gehen wir zum Aussichtspunkt. Von hier habe ich einen atemberaubenden Blick auf Peñaherrera, wo ich lebe. Das halbe Intag-Tal kann man überblicken. Jetzt bin ich froh, nicht umgekehrt zu sein.
Leider ist das Wasser seit gestern mal wieder abgestellt und Peter kann mir „nur“ ein Glas Wasser anbieten. Nach 45 Minuten Pause verabschiedene ich mich auch schon.
Der Rückweg geht zunächst nur bergab und ich merke wie meine Knie zittern. Hätte ich wenigstens zwei gesunde Knie…dann doch lieber bergauf 😉
Das bekomme ich dann auch noch zweimal kurz vor Peñaherrera. Nochmal Zähne zusammen beißen für den Endspurt. Javier fährt mit der Camioneta an mir vorbei und möchte mich mitnehmen, aber ich ich lehne dankend ab. Verrückt? Das denke ich auch 😀 Ich möchte aber wissen, wieviel Zeit ich benötige. Nach 1:30 h komme ich zuhause an. Rot im Gesicht von der Anstrengung. Rot an Armen und Beinen von der Sonne. Aber zufrieden und glücklich.

Ich bin schon 7 Stunden am Stück durch den Dschungel gewandert, was nicht halb so anstrengend war. Schon komisch.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jessica sagt:

    Danke. Bin auch glücklich wieder hier bei Euch zu sein!
    Und natürlich auch ein bißchen stolz 😉

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  2. Manuela Staudt sagt:

    Toll das du noch so Schöne eindrücke hat mit nehmen können. Bin mega mega stolz auf dich Das du dieses Jahr durch gezogen hast und vor allem gesund überstanden hast. Aber vor allem bin ich sooooo froh das ich dich gesund und wohl behalten wieder bei mir habe. HDGTL Mam

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