Buen Vivir

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Buen Vivir ist spanisch und bedeutet das Gute Leben und auch das Gute Zusammenleben. Dieser Begriff wurde von indigenen Völkern des Andenraumes in Lateinamerika geprägt und stellt das menschliche Zusammenleben nach ökologischen und sozialen Norman ins Zentrum seiner Philosophie.

In der modernen Welt sind Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten unübersehbar. Reiche werden reicher, Arme werden ärmer. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch weltweit gesehen. Die hoch entwickelten Industrienationen, v. a. Europa und die USA, werden im Vergleich immer reicher, während in vielen Regionen des Südens absolute Armut herrscht.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Bevölkerungswachstum, mangelnde Bildung, Klimawandel und die momentanen Bedingungen des Welthandels sind wohl die deutlichsten Faktoren. Auch die Lösungsansätze zur Beseitigung der Ungleichheiten sind zahlreich, aber oft finden sie kein Gehör, da die Interessenvertretung fehlt. Viele Regierungen sind auf ihre wirtschaftlichen Interessen, die meisten Unternehmen auf ihren Profit fixiert.

Das Konzept des Buen Vivir oder auch Vivir Bien (Quechua: Sumak Kawsay) steht für mehr Gerechtigkeit und ein besseres Leben für alle. Elementar sind dabei die enge Verbindung von Mensch und Natur und der Wert von Gemeinschaft. Viele sehen im Konzept des Buen Vivir Weg und Ziel einer alternativen Entwicklung; einen neuen Vertrag mit der Natur, der nicht die oberflächliche, nachhaltige Entwicklung meint, sondern versteht, dass Natur und Menschen eine Einheit sind. Das Konzept möchte der gegenwärtigen Ungleichheit auf der Erde begegnen, die ein gutes Leben für wenige und ein schlechtes für viele bedeutet. Buen Vivir will das Gebot des Kapitalismus überwinden, sucht auch nicht den europäischen Sozialismus, sondern eine Entwicklung aus dem Leben der Menschen von Abya Yala (Lateinamerika) heraus: für gutes und richtiges Zusammenleben.

Lateinamerika mit all seinen kulturellen und sozialen Unterschieden bringt sehr unterschiedliche Konzepte des Buen Vivir, des Guten Lebens und Guten Zusammenlebens hervor.
In Ecuador und Bolivien ist die Idee des Buen Vivir als Ziel in der Verfassung verankert. Es ist ein Versuch, mit den westlichen Ländern darüber ins Gespräch zu kommen. Dieser kann durchaus als Kritik am Lebensstandard Europas und der USA verstanden werden. Vor allem die Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch spielt in diesem Konzept eine wichtige Rolle und ist mittlerweile weltweit ein wichtiges Thema.
Das das Konzept des Buen Vivir in der Praxis oftmals übergangen wird, zeigen viele Beispiele unter anderem die durch den Präsident Raffael Correa genehmigte Ölförderung im Yasuní Nationalpark in Ecuador.

Fortschritt oder gutes Leben: Lest hier um Euch ein Bild über die Situation in Ecuador zu verschaffen.

Ich bin gespannt, wie ich das Buen Vivir erleben werde und vor welche Herausforderungen die Indigenen Gemeinden gestellt werden. Da ich das Konzept des Buen Vivir bereits jetzt sehr anstrebenswert finde, habe ich mich für diesen Titel für meinen Blog entschieden. Ich bin der Überzeugung das die Indigenen Gemeinden Lateinamerikas uns in diesen Punkten einiges voraus haben und wir viel von Ihnen lernen können.

Was ist für Euch das Gute Leben?
Ich freue mich auf Eure Kommentare und eine tolle lehrreiche Zeit.
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Eure Jessica


Quelle und weitere Informationen zum Buen Vivir hier.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. duene sagt:

    Liebe Jessica,
    ich finde es super, dass du diesen Blog ins Leben gerufen hast und wir an deinem Leben in Ecuador teilnehmen können. Die Zeit in der Ferne wird eine Bereicherung für dich, du wirst vieles erleben, neue Bekanntschaften machen, dein Spanisch vertiefen und und und…
    Ich habe länger nachgedacht, was für mich ein GUTES LEBEN ist. Jeder Einzelne von uns wird es für sich anders definieren. Für mich persönlich ergibt es sich aus den unterschiedlichsten Faktoren, die zusammenspielen: ZUFRIEDENHEIT, auch wenn man nicht all das hat was man gerne hätte. LIEBE, die man auf unterschiedliche Weise und Wege erfährt oder gibt, sei es durch die Familie oder Freunde. GESUNDHEIT, denn was würde mir viel Geld oder Materielles nutzen, wenn ich schlimm erkranke? Ein HEIM, wo ich mich wohl und geborgen fühle, ob bei der Familie oder Freunden. Das harmonische MITEINANDER, auch wenn es mal eine Berg- oder Talfahrt gibt. Auch wenn es mal nicht gut läuft oder es mir schlecht geht, gibt es immer Menschen, denen es viel viel schlechter geht. Dass ich meine UMWELT wahrnehme, egal ob Mensch, Tier, Pflanze und nicht achtlos damit umgehe. Unsere wirtschaftliche Lage, unsere Politik sind gut gestellt, man kann sich nicht beklagen, es herrscht kein Krieg in Deutschland, wir haben ein strukturiertes Bildungssystem… bestimmt waren das nur einige, jedoch die wichtigsten Einflüsse für mich, für ein GUTES LEBEN. Wenn ich weiß, dass viele Menschen diese „Faktoren“ gar nicht oder eingeschränkt kennen, bin ich echt froh, dass es mir gut geht und ich dort lebe, wo ich lebe… Danke, dass ich mir durch deine Anregungen darüber Gedanken machen konnte.
    Wünsche dir von Herzen alles Gute und eine tolle Zeit, bin in Gedanken immer bei dir ❤
    Freue mich schon auf die nächsten Einträge!
    Liebste Grüße, Nadine

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